Pocket Pairs


‘Pocket Pairs’ (zwei gleichwertige Karten als Startblatt) gelten bei Texas Hold’em als die besten Startkarten überhaupt. Mit den ‘Pocket Cards’ bilden Sie bereits ein Blatt und gewinnen sogar unter Umständen den Pot, ohne dass Ihre Karten verbessert werden müssen. Leider wissen allerdings vor allem unerfahrene Pokerspieler oft nicht, wie Sie mit solchen Blättern umgehen sollen. Keine anderen Karten wie die ‘Pocket Hands’ werden so häufig falsch gespielt.

Bei einem A-A- und einem 2-2-Blatt handelt es sich zwar in beiden Fällen um ‘Pocket Pairs’, aber trotzdem liegt zwischen beiden ein himmelweiter Unterschied. Um am Ende zu den absoluten Pokerchampions zu gehören, sollten Sie deshalb unbedingt wissen, wie Sie aus diesen beiden (und anderen) Paaren einen Gewinn für sich verfechten können.

‘Pocket Pairs’ fallen in vier verschiedene Kategorien: niedrige Pairs, mittlere Pairs, gefährliche Pairs und hohe Pairs. Unter den niedrigen Pairs versteht man die Paare von 2-2 bis 5-5, die mittleren Pairs schließen 6-6 bis 8-8 ein, gefährliche Pairs bestehen aus 9-9 und 10-10 und die ganz hohen Pairs definieren sich aus J-J bis A-A, der wertvollsten Hold’em-Starthand.

In Texas Hold’em gilt ein ‘All-in’ bei einem niedrigen oder mittleren ‘Pocket Paar’ als die schlechteste Spielweise überhaupt. Auch wenn Sie bereits eine vollständige Hand besitzen, heißt dies noch lange nicht, dass Sie einen solchen Anfängerfehler begehen sollten. Sollten Sie einen gegnerischen ‘All-in’ ‘callen’, schweben Sie mit Sicherheit bei einem niedrigen ‘Pocket Pair’ in Lebensgefahr! Wenn Ihr Gegner ein höheres Paar besitzt, liegen Ihre Chancen bei nur 20%, um ihn am Ende zu übertrumpfen. Hat Ihr Gegenüber zudem zwei ‘Over Cards’, gehören Sie in der Runde nur zu den ganz kleinen Favoriten und sollten daher genau überlegen, ob es das Risiko wirklich wert ist.

Natürlich ist es manchmal in einem Turnier genau richtig, einen ‘All-in’ mit einem kleinen oder mittleren Pocket Pair zu ‘callen’; meistens sollte ein solcher Zug aber unbedingt unterlassen werden. Denken Sie daran: Wenn Sie einen ‘All-in’ ‘callen’, können Sie die Runde nur mit dem besten Blatt gewinnen! Der Spieler, der erhöht (‘raise’) oder alles setzt (‘all-in’), hat dagegen die Möglichkeit, das Spiel entweder durch einen gegnerischen ‘Fold’ oder mit der besten Hand zu gewinnen.

Bei einem niedrigen Zwilling sollte eine Runde am besten mit möglichst niedrigen Einsätzen bis zum Flop fortgesetzt werden, um dann zu versuchen, einen Drilling zu bilden. Gewöhnlich führt dies zu einem Limping-in, bei dem lediglich ‘Calls’ vorgenommen werden. In der ‘Late Position’ sollten Sie allerdings versuchen, einen ‘Raise’ zu tätigen und den Pot somit sofort für sich einzunehmen. Der Trick liegt darin, mit möglichst wenig Geld am Spiel teilzunehmen, um dann hoffentlich ein Set bilden zu können.

Behalten Sie bei ‘Pocket Pairs’ immer die grundlegenden Statistiken im Kopf: Ein ‘Pocket Pair’ kann bei einem Flop lediglich in 12% aller Fälle zu einem Drilling aufgestockt werden. Die Wahrscheinlichkeit, mit einem 3-3-Blatt die beste Hand zu bilden, ist also bei mindestens zwei Gegenspielern äußerst gering.

Bei niedrigen ‘Pocket Pairs’ riskieren Sie außerdem, einem Counterfeit (und somit einem der unglücklichsten Poker-Beats überhaupt) zu unterliegen. Beispiel: Sie besitzen ein Blatt mit den Karten 4-4, Ihr Gegner hat A-2 und auf dem Tisch liegen die Karten 5-5-7-7-10. Sie sind also im Begriff, die Runde zu verlieren. Zwar haben Sie die Runde mit einem 4-4-Paar begonnen und Ihr Gegner konnte sein Blatt nicht wesentlich verbessern, aber beim Vergleich der besten fünf Karten haben Sie ein 5er-Paar, ein 7er-Paar und einen 4er-Kicker, während Ihr Gegner die gleichen Paare mit einem besseren Kicker (Ass) besitzt!

Natürlich können ab und zu auch mit niedrigen Pocket Pairs beträchtliche Gewinne kassiert werden. Sollten Sie aber immer mit niedrigen Pairs ‘callen’, verlieren Sie langfristig gesehen wesentlich mehr. Scheuen Sie sich also nicht davor, Ihr niedriges ‘Pocket Pair’ abzulegen, wenn die Einsätze immer mehr ansteigen und es von ‘Re-raises’ nur so hagelt.
Viele Aspekte, die bereits unter ‘Niedrige Pairs’ ausgiebig diskutiert wurden, gelten auch bei den mittleren Pairs. Bei mittleren Paaren ist es aber wahrscheinlicher, als höchster Zwilling die Spielrunde beim ‘Showdown’ für sich auszumachen, und das Risiko eines ‘Counterfeit’ ist wesentlich geringer.

Gerade bei mehr als einem Gegner im Pot sind diese ‘Pocket Cards’ allerdings äußerst anfällig für ‘Over Cards’. Gewöhnlich ist es oft der Fall, dass diese Karten verbessert werden müssen, um beim Showdown das höchste Blatt zu bilden. Bei zwei anderen Spielern im Pot und vier möglichen ‘Over Cards’ besteht bei einem mittleren ‘Pocket Pair’ normalerweise eine Chance von weniger als 40%, nach dem Flop die stärkste Hand zu bilden.

Eine weitere Gefahr besteht darin, dass manche Flops bei mittleren Paaren so gut erscheinen, dass die Spieler unnötige Risiken eingehen. Beispiel: Sie haben ein Blatt mit 8-8 und beim Flop werden J-5-2 aufgedeckt. Da nur noch eine ‘Over Card’ möglich ist, ist die Versuchung groß, anzunehmen, dass Sie das Blatt höchstwahrscheinlich gewinnen werden. Es kommt allerdings immer wieder vor, dass Ihr Gegner tatsächlich eine ‘Over Card’ erhält. Selbst wenn dies nicht der Fall sein sollte, könnten immer noch Blätter wie 9-9 oder 10-10 gebildet werden, bei denen das Spiel aufgrund der Gewinnwahrscheinlichkeit ebenfalls fortgesetzt wird.

In den meisten Fällen sollten mittlere Paare mit genauso so viel Vorsicht genossen werden wie niedrige Pairs. Versuchen Sie dabei entweder, möglichst wenig zu setzen oder den Pot mit einem ‘Raise’ sofort zu gewinnen. Sollten Ihre Gegenspieler in einer solchen Situation ‘callen’, denken Sie am besten an die Maxime eines professionellen Poker-Spielers, der mit ‘No set, no bet.’ die allgemeine Regel bei niedrigen und mittleren Paaren genau auf den Punkt bringt.
Diese Pocket Pairs werden deshalb als gefährlich bezeichnet, da gerade unerfahrene Spieler häufig mit solchen Karten zu lange im Spiel bleiben und sie als viel stärker erachten, als sie es eigentlich sind. Natürlich ist bei 9-9 oder 10-10 die Chance viel größer, bei einem 2-Spieler-Showdown zu gewinnen, und die Wahrscheinlichkeit, einen ‘Counterfeit’ zu erleiden, ist sehr gering. Gefährlich wird es allerdings bei Spielern, die immer mit einem Ass und einer Bildkarte spielen. Eine 9-9 ist nur zu 55%-45% der Favorit gegen eine A-K und sind Ass und König sogar noch von der gleichen Farbe, reduziert sich der Unterschied auf 53%-47%.

Gefährliche Pocket Pairs sollten auf alle Fälle aggressiver gespielt werden. Sollten sich nach einem Flop mit ‘Over Cards’ allerdings immer noch Gegner am Tisch befinden, dann stellen Sie sich der Wirklichkeit und legen Sie Ihre Karten ab.
Jeder Spieler hofft darauf, in seinen ‘Pocket Cards’ ein solches Paar zu entdecken und es ist ein großartiges Gefühl, von diesen wertvollen Zwillingen angestarrt zu werden. Aber natürlich sollten Sie wissen, wie Sie mit solchen Karten umgehen sollten. Aus diesem Grund ist es wohl am besten, jedes ‘High Pair’ einzeln zu betrachten.

Ohne Zweifel handelt es sich bei zwei Buben um die kniffligste Pokerhand. Zwar handelt es sich um ein äußerst starkes Startblatt, aber die meisten Spieler könnten Ihnen gleichzeitig Geschichten über die damit verbundenen Verluste erzählen. Wie alle ‘High Pairs’ ist auch ein Buben-Paar in kleiner Runde am erfolgreichsten und wird am besten nur mit einem Gegner gespielt. Das bedeutet nicht, dass Sie jedes Mal gleich alles setzen sollten – aber ein ‘Raise’ wäre schon angebracht.

Sitzen Sie mit zwei Gegnern am Tisch, die zusammen alle drei ‘Over Cards’ (Ass, König und Dame) besitzen, schweben Sie in Lebensgefahr und haben vor dem Flop lediglich eine Chance von weniger als 50%-50%, nach den drei Community Cards immer noch vorne zu liegen.

In Turnieren handelt es sich bei J-J um ein äußerst starkes Blatt, mit dem Sie gute Einsätze platzieren können. Trotzdem sollten zwei Buben immer mit großer Vorsicht genossen werden und es empfiehlt sich daher, ein J-J-Blatt nur wie eine 8-8 zu behandeln, wenn beim Flop ein oder zwei ‘Over Cards’ auftreten sollten. Bei einem Flop mit einem Ass und einem König würden Sie fast immer ein 8er-Paar ablegen und das gleiche raten wir Ihnen deshalb auch bei zwei Buben.

Viel zu viele Spieler verlieren eine Unmenge an Chips, indem Sie verbissen mit J-J weiterspielen. Diese Verluste könnten verhindert werden, wenn diese Spieler bedenken würden, dass zwei Buben nicht immer eine unschlagbare Hand darstellen und dieses Blatt den jeweiligen Taktiken angepasst werden muss.
Bei fantastischen Starthänden wie Q-Q besteht der Trick darin, entweder selbst zu erhöhen oder bei Gelegenheit nach dem 'Raise’ eines anderen Spielern zuzuschlagen. Egal, welchen Weg Sie einschlagen, eine Voraussetzung ist es, das Feld so gut wie möglich zu verkleinern. Mit vielen Gegenspielern am Tisch riskieren Sie bei einem missglückten Flop, gegen alle möglichen anderen Hände zu verlieren. Versuchen Sie bei Q-Q also, Ihren Gegnern bis zum Flop möglichst viel Geld aus der Tasche zu ziehen!

Reagiert ein oder mehrere Spieler nach Ihrer Erhöhung mit einem ‘Call’, können Sie sich ziemlich sicher sein, dass ein Spieler aufgrund eines aufgedeckten Asses und/oder einem König ein höheres Blatt besitzt. Begehen Sie in einer solchen Situation auf gar keinem Fall den Fehler, mit einem ‘All-in’ den gesamten Pot zu gewinnen zu versuchen (es sei denn, die Spielweise Ihrer Gegner lässt sich in jeder Hinsicht durchschauen). Weil viele Spieler ihre tolle Hand (drittbeste Texas-Hold’em-Starthand) nicht loslassen wollen, machen sie genau diesen Fehler und gehen ‘All-in’.

Werden beim Flop drei ‘Under Cards’ aufgedeckt, MÜSSEN Sie erhöhen, um zu testen, wo Sie sich im Spiel befinden. Denken Sie nicht einmal darin, Ihren Gegner durch ‘Slow-Play’ auszuspielen – außer, Sie erhalten Ihren Drilling oder das Board erlaubt weder einen Flush noch eine Straight. Erwidert ein Gegner Ihren Spielzug mit einem ‘Re-raise’, dann überlegen Sie, welche Hand Ihr Gegenspieler besitzen könnte, und verfahren Sie je nachdem. Haben Sie jedoch schon vor dem Flop erhöht, liegen die Chancen ziemlich hoch, dass Sie immer noch in Führung liegen. Es liegt also an Ihnen, festzustellen, ob Sie jetzt gegen einen Drilling spielen oder jemanden mit einem Top-Pair und einer Ass-Karte vor sich haben oder Ihr Gegner nach einem ‘Straight’ oder ‘Flush’ aus ist.
Das K-K-Blatt ist das zweitstärkste Poker-Startblatt und sollte auch immer als ein solches gespielt werden. An einem 10-Seater-Tisch liegt die Chance, das ein Gegenspieler A-A aufweisen kann, bei lächerlichen 0,04%. Machen Sie sich also keine Sorgen und spielen Sie mit Ihren ‘Cowboys’ so aggressiv wie möglich.

Gelingt es Ihnen, durch eine aggressive Spielweise die Spieleranzahl am Tisch kräftig zu schrumpfen, müssen Sie sich nur noch dann fürchten, wenn beim Flop ein Ass aufgedeckt wird. Bedenken Sie allerdings, dass bei Texas Hold’em ein Ass in 25% aller Fälle im Flop erscheint. Tatsache ist, dass Spieler in Spielen mit niedrigen Einsätzen immer verbissen an Ihrem Blatt festhalten, wenn sich darin ein Ass befindet.

Sollte beim Flop wirklich ein Ass aufgedeckt werden und es ist offensichtlich, dass ein Gegner ein Ass besitzt, dann lassen Sie Ihren Stolz außen vor und zwingen Sie sich, Ihre beiden Könige abzulegen.

Im Normalfall handelt es sich bei ‘Pocket Kings’ jedoch um eine äußerst starke Hand. Bei einer vernünftigen und aggressiven Spielweise sollte jeder halbwegs ordentliche Pokerspieler auch einen saftigen Gewinn einsacken können.
In Texas Hold’em gibt es kaum etwas schöneres als ein A-A-Startblatt. Bei den ‘Pocket Rockets’ wissen Sie ganz sicher, dass keiner am Tisch in diesem Moment bessere Karten hat als Sie, und müssen sich auch bei ‘Over Cards’ keine Sorgen machen.

An dieser Stelle sollten Sie sich über zwei Dinge Gedanken machen: Wie maximieren Sie bei einer solchen fantastischen Starthand Ihre Chancen auf einen tollen Gewinn und wie handeln Sie, wenn der Flop gerade die falschen Karten bringt?

Außer bei einem Heads-up mit nur einem Gegner ist im Poker Slow-playing bei einer A-A-Starthand der risikoreichste Spielzug. Je höher die Spieleranzahl, umso niedriger ist die Chance, mit den ‘Pocket Rockets’ zu gewinnen.

Wenn Sie wissen, dass nur ein weiterer Spieler erhöht, dann zeigen Sie es ihm richtig und erhöhen Sie mit einem ‘Re-raise’ noch einmal. Erhöhen Sie allerdings nicht und mehrere Spieler spielen ebenfalls um den Pot, sollten Sie sich langsam Sorgen machen, denn Sie haben Ihren Vorteil verloren.

Setzen Sie niemals das Spiel mit zwei Assen nur deshalb fort, weil es sich dabei um die allerbeste Starthand handelt. Zwei Asse sind letztendlich nicht mehr als zwei Karten – und in Texas Hold’em kann mit sieben Karten weit mehr gebastelt werden. So stark Ihre Karten auch sein mögen, machen Sie sich bewusst, dass ‘Pocket Aces’ nur bedingt verbessert werden können (nur zwei weitere Asse stehen Ihnen im Spiel zur Verfügung und um eine Straight zu bilden, bräuchten Sie vier weitere Karten).

Wenn Sie jedoch gleich zu Beginn kräftig erhöht haben, stehen die Chancen recht gut, dass sich der Tisch ziemlich (im Idealfall bis auf einen Gegenspieler) verkleinert hat und Sie deshalb ahnen können, mit welcher Art von Blatt Sie es aufnehmen. Überlegen Sie in einer solchen Situation also genau, mit welcher Hand Ihr Gegner Sie schlagen könnte.

Besitzen Sie zwei rotfarbige Asse und beim Flop werden drei schwarzfarbige Karten aufgedeckt, MÜSSEN Sie die Möglichkeit in Erwägung ziehen, dass Ihr Gegner vielleicht einen Flush oder zumindest einen starken ‘Flush Draw’ besitzt. Das gleiche gilt natürlich ebenfalls bei drei Karten, mit denen ein Straight gebildet werden kann. Verschlechtert sich die Situation bei der Turn Card zusehends, dann beweisen Sie Ihren Mut und legen Sie Ihre Asse ab – vor allem, wenn klar wird, dass Ihr Gegner seine gewünschtes Blatt erzielt hat.
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