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Spielpositionen
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Ein guter Pokerspieler versteht meistens schnell, wie wichtig die Positionen in Texas Hold’em sind. Eine Position richtet sich danach, welchen Platz ein Spieler im Verhältnis zum ‘Dealer’s Button’ einnimmt und je nach Position sollte ein guter Pokerspieler auch seine Spiel- und Denkweise verändern.
An einem Tisch mit 10 Spielern bestehen die sog. Early Positions (‘Frühe Positionen’) aus den beiden ‘Blinds’ sowie den beiden Spielern, die sich links neben der ‘Big Blind’ befinden. Platz 5 – 8 werden Middle Positions (‘Mittleren Positionen’) genannt und die restlichen beiden Spieler, die in der Runde zuletzt zum Zuge kommen, befinden sich auf den Late Positions (‘Letzten Positionen’).
Die Bedeutung der verschiedenen Positionen kann in Texas Hold’em (oder allgemein im Poker) wirklich kaum unterschätzt werden. Je weiter hinten Sie sich befinden, umso mehr Informationen stehen Ihnen zur Verfügung, die Ihnen Ihre Entscheidung beim nächsten Spielzug erleichtern. Je weiter vorne Sie sitzen, umso weniger Informationen stehen Ihnen zur Verfügung und umso schwieriger ist es, die Karten Ihrer Gegner richtig einzuschätzen.
Wie wichtig die Position eines Spielers (und besonders die ‘Late Position’!) sein kann, soll im folgenden Beispiel veranschaulicht werden: In einem Fixed Limit-Spiel sind drei Spieler übrig. Sie haben ein A-K-Startblatt und beim Flop werden 9-7-3 aufgedeckt. Sind Sie der erste Spieler in der Runde, bietet sich wahrscheinlich eine Continuation Bet an, um zu testen, ob Sie die Runde gleich hier und jetzt für sich entscheiden können. Dabei wissen Sie natürlich nicht, wie die anderen beiden Spieler auf Ihren Spielzug reagieren werden. In diesem Beispiel spielen diese aber zuerst: Der erste Spieler setzt seinen Einsatz und der zweite Spieler erhöht gleich noch einmal. Sie sehen also sofort, dass einer oder sogar beide Spieler mit Sicherheit eine Hand besitzt/en, die besser ist als Ihre. Sie können also mit gutem Gewissen Ihre Karten ablegen, da Ihr Blatt höchstwahrscheinlich unterlegen ist.
Sollten Sie eine ‘Late Position’ einnehmen, sollten Sie deshalb nicht lange zögern, diese auch möglichst gut auszunutzen!
Befinden Sie sich stattdessen in einer ‘Middle Position’, wissen Sie zwar, wie die Spieler vor Ihnen reagiert haben, können aber gleichzeitig nicht mit Sicherheit sagen, für welchen Spielzug sich die Spieler nach Ihnen entscheiden werden. Mit Ausnahme der ‘Early Positions’, die bei Ihren Entscheidungen natürlich einen gewissen Wert darstellen, befinden Sie sich also mehr oder weniger im ‘informativen Niemalsland’.
In einer ‘Late Position’ befindet sich ein Spieler in einer der Positionen, die am Ende der Runde zum Zug kommt. Somit hat er zusätzlich die Chance, Blinds oder Pots zu stehlen (siehe ‘Stealing’). Wenn vor dem Flop alle Karten abgelegt wurden und nur die ‘Blinds’-Spieler übrig sind, genügt es für den Spieler 'on the button' (siehe Glossar) häufig, zu erhöhen und die Blinds somit für sich einzustreichen.
Genauso verhält es sich auch nach dem Flop: Gehen alle Spieler mit, stehen die Chancen gut, dass keiner der Spieler gute Karten besitzt. In einer solchen Situation genügt oft ein geeigneter ‘Raise’, um den Pot zu gewinnen. Nimmt ein Spieler einen ‘Re-raise’ vor, ist es wahrscheinlich, dass er zuvor versucht hat, Sie durch ‘Slow-Play’ auszuspielen. Wenn Sie zu diesem Zeitpunkt keine gute Hand besitzen, steigen Sie also am besten aus.
Ihre Position sollte Ihnen zudem die Entscheidung erleichtern, mit welchen Starthänden Sie überhaupt spielen sollten. Befinden Sie sich mit einer schlechten Hand in einer ‘Early Position’, dann denken Sie bitte daran, dass Ihre Einsätze mit hoher Wahrscheinlichkeit von einem Ihrer Gegner noch einmal erhöht werden. Wenn Sie einer der ersten Spieler in der Runde sind, stehen Ihnen kaum Informationen zur Verfügung, mit denen Sie die Spielzüge der anderen, nachfolgenden Spieler einschätzen können.
Und nicht vergessen: Wenn Sie eine Runde in einer ‘Early Position’ spielen, nehmen Sie diese Position in der gesamten Runde ein. Besonders ist dies dann wichtig, wenn Sie sich dazu entschieden haben, Ihre ‘Small’ oder ‘Big Blind’ gegen einen ‘Raise’ zu verteidigen.
Ein möglicher Vorteil einer ‘Early Position’ besteht darin, dass der Spieler bei einer sehr starken Hand nicht unbedingt einen ‘Bet’ oder ‘Raise’ vornehmen muss und eine Erhöhung durch einen anderen Spieler mit einem ‘Re-Raise’ kontern kann. Sollten Sie allerdings in einer ‘Early Position’ mit einem
A-A
- oder
K-K
-Startblatt keinen ‘Raise’ tätigen, riskieren Sie, andere Spieler am Pot teilhaben zu lassen. Je mehr Spieler die Spielrunde ohne hohe Einsätze fortsetzen, umso mehr wächst natürlich auch die Gefahr, letztendlich mit Ihrer fantastischen Starthand zu verlieren.
Die folgende Tabelle veranschaulicht, mit welchen Blättern Sie je nach Tischposition die besten Aussichten auf einen Gewinn haben. Um die Bedeutung der einzelnen Positionen in Texas Hold’em besser zu verstehen, empfehlen wir Ihnen deshalb, sich mit der vorliegenden Tabelle vertraut zu machen.
Gruppe
Pokerblätter-Gruppen in Texas Hold'em
Spielen Sie von diesen Positionen
1
A-A, K-K, Q-Q, J-J, A-K(s)
Early, Middle, Late
2
A-Q(s), 10-10, A-J(s), K-Q(s), A-K
Early, Middle, Late
3
9-9, J-10(s), Q-J(s), K-J(s), A-10(s), A-Q
Early, Middle, Late
4
10-9(s), K-Q, 8-8, Q-10(s), 9-8(s), J-9(s), A-J, K-10(s)
Middle, Late
5
7-7, 8-7(s), Q-9(s), 10-8(s), K-J, Q-J, J-10, 7-6(s), 9-7(s), any suited ace, 6-5(s)
Middle, Late
6
6-6, A-10, 5-5, 8-6(s), K-10, Q-10, 5-4(s), K-9(s), J-8(s), 7-5(s)
Middle, Late
7
4-4, J-9, 6-4(s), 10-9, 5-3(s), 3-3, 9-8, 5-3(s), 2-2, any suited king, 10-7(s), Q-8(s)
Late
8
8-7, A-9, Q-9, 7-6, 4-2(s), 3-2(s), 9-6(s), J-8, J-7(s), 6-5, 5-4, 7-4(s), K-9, 10-8
Late*
* Playable late if nobody has already raised
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